[Bfa-newsletter] Einladung: Tage der offenen Türen; Bildung auf Vorrat
Bildung für Alle
info at bildung-fuer-alle.ch
So Feb 12 13:28:20 CET 2012
Einladung zu den TAGEN DER OFFENEN TĂśREN an der Autonomen Schule
ZĂĽrich und zum zweiten Teil der nomadischen Vortragsreihe "BILDUNG AUF
VORRAT"
--> auch als PDF im Anhang; gerne weiterleiten
www.bildung-fuer-alle.ch
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TAGE DER OFFENEN TĂśREN
24. und 25. Februar
Autonome Schule ZĂĽrich, Hohlstrasse 170, beim GĂĽterbahnhof
Freitag 24. Februar:
10.30-17h: Schulbesuch in den Klassen, Kaffee und Kuchen
17.30h: Essen
20.00h: Vortrag zu den Aktivitäten unserer Schule
danach: Rainbow Rhythm – musique metisse
Samstag 25. Februar:
10.30-14h: Brunch, Filme zur ASZ
14.30: Deutschkochkurs
17.30h: Essen
19h: Autonome Schulprojekte aus verschiedenen Städten erzählen von
ihrer Arbeit
danach: Konzerte und Tanz mit Niels van der wer?, Big Zis & Domenico
Ferrari Experience mit Gästen, Boss Hi-Fi
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BILDUNG AUF VORRAT – Teil 2
Eine nomadische Vortragsreihe der Autonomen Schule ZĂĽrich
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Donnerstag 16. Februar, 20.00h, ZHdK, Hafnerstrasse 39/41 (Dittinghaus)
Ermächtigung, Selbstermächtigung, Paternalismus: Ansprüche und
WidersprĂĽche kritischer Bildungsarbeit mit erwachsenen Migrant_innen
im Fach Deutsch als Zweitsprache (DaZ)
Vortrag von Rubia Salgado
Die Erwachsenenbildung wird im Kontext kritischer Pädagogik als ein
privilegierter Ort der Ermächtigung, der Selbstermächtigung und der
Förderung von Handlungsfähigkeit gesehen. Diesen Ansprüchen stehen
WidersprĂĽche gegenĂĽber, die sich unter Anderem ausgehend von Fragen
aufspüren lassen: Wie wird Handlungsfähigkeit definiert? Wird ein
Defizit an Handlungsfähigkeit als Rechtfertigung einer ermächtigenden
pädagogischen Handlung angenommen? Wer ist handlungsfähiger? Wer ist
weniger handlungsfähig? Stehen Handlungsfähigkeit und Kenntnisse der
hegemonialen Sprache im Verhältnis zueinander? Kann das Lernen der
dominanten Sprache Ermächtigung bewirken? Unter welchen Bedingungen?
Wer definiert Ermächtigung und Selbstermächtigung? Wer soll ermächtigt
werden? Kann Selbstermächtigung im neoliberalen Kontext zu einem
Imperativ zur Selbstoptimierung werden? Kann Pater-nalismus legitim
sein? Bewirkt Ermächtigung die Integration in die dominanten
Verhältnisse? Ist der Anspruch der Transformation von Individuen und
von sozialer Ungerechtigkeit erfüllt, wenn Ermächtigung oder
Selbstermächti-gung Integration der Einzelnen in die dominanten
Verhältnisse bewirken?
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Donnerstag 23. Februar, 20.00h, ABS, Hohlstrasse 481
Selbstbestimmtes Handeln: AntiKulti – Ateliergruppe
Vortrag von und zur AntiKulti – Ateliergruppe
Die AntiKulti - Ateliergruppe ist eine Gruppe, bestehend aus Menschen
verschiedenster kultureller und geografischer Herkunft, welche sich
regelmässig trifft um sich über (für sie) aktuelle politische Themen
auf verschiedenen Ebenen auseinander zu setzen. Gemeinsam werden neue
Ideen diskutiert, Entscheidungen getroffen und gearbeitet. Zum
Bei-spiel an einem Theaterstück, an alternativen Stadtplänen oder dem
BleibefĂĽhrer. Der Fokus der Projekte liegt dabei meistens auf dem
Kampf fĂĽr die Rechte aller Menschen, die hier sind. Neben dieser
Arbeit ist die AntiKulti – Gruppe eine Möglichkeit selbstbestimmt zu
handeln, neue Freundschaften zu schliessen und zugleich auch
Deutschkenntnisse zu vertiefen. In einem Vortrag gibt die AntiKulti –
Gruppe Einblicke in vergangene und aktuelle Projekte, ihre
Arbeits-weise und ihre Ziele.
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Mittwoch 29. Februar, 20.00h, Gessnerallee, Gessnerallee 8
Über volle Boote, leere Räume und die Angst vor der umgekehrten Kolonisierung
Vortrag von Francesca Falk
In der Flucht-, Asyl- und Migrationsthematik gibt es ein bekanntes
Bild, das immer wieder aufgerufen wird und je nach konkreter
Bildgestaltung und sozialem Kontext unterschiedliche Evidenzen
generiert: Das Bild des vollen Bootes. Während das visuelle und
metaphorische Bild des „vollen Bootes“ Migrationsrestriktionen
legitimiert, diente Topos des „leeren Landes“ zur Rechtfertigung
kolonialer Projekte. Was hat dies mit dem Umstand zu tun, dass heute
auf politischen Plakaten eine Angst vor der umgekehrten Kolonisierung
beschworen wird?
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Bildung auf Vorrat
Die Autonome Schule ZĂĽrich (ASZ) sieht sich einer existentiellen
Bedrohung ausgesetzt. Seit ĂĽber eineinhalb Jahren nutzt die ASZ die
Baracke auf dem Areal GĂĽterbahnhof als Schulhaus, in dem sie unter
anderem Deutschkurse fĂĽr FlĂĽchtlinge veranstaltet. Die SBB als
bisherige EigentĂĽmerin des GrundstĂĽcks will der ASZ nun ihr Domizil
nehmen. Es soll im März 2012 dem Erdboden gleichgemacht und das Land
schliesslich dem Kanton ZĂĽrich ĂĽbergeben werden, damit dieser darauf
sein so genanntes Kompetenz-zentrum zur Bekämpfung der Kriminalität,
das kantonale Polizei- und Justizzentrum errichten kann. Das heisst
nicht nur, dass bald mitten im lebhaften Kreis 4 ein monströses
Gefängnis stehen soll, sondern auch, dass das Schulhaus der ASZ
mindestens ein Dreivierteljahr vor Baubeginn auf Vorrat abgerissen und
das Areal der Einöde preisgegeben wird.
Natürlich kann die ASZ dies nicht einfach so hinnehmen. Wir kämpfen
fĂĽr das Recht auf freie Bildung und einen Ort, an dem diese spriessen
und gedeihen kann. Der SBB und dem Kanton ist ein solcher Ort
offensichtlich nicht wichtig. Deshalb wollen wir uns wöchentlich an
verschiedenen Orten treffen, um im Rahmen einer Vortragsreihe zu
politischer Theorie und Praxis, die das Karawanendasein der Schule
wider-spiegelt, eine Zukunft zu gestalten, in welcher der ungezwungene
Austausch zwischen Menschen wieder Platz findet und wir von unseren
Verbundenheiten und Unterschieden lernen können.
Wir verstehen uns als Bastion im Kampf gegen eine Regierung, die ihre
Aufgaben nicht wahrnehmen will, gegen den Ausverkauf der Bildung im
Namen einer angeblichen Sicherheit und gegen die Angst vor dem Fremden
und Neuen. Lasst nicht zu, dass wir verdrängt werden und bringt eure
Stimme in unsere Diskussionen ein!
-------------- nächster Teil --------------
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