[Vtk] Es lebe die Genossenschaft
Simon Wyss
ufo3 at gmx.ch
Mi Mai 20 16:26:38 CEST 2009
Hallo Genossen ;-)
Es hat lange gedauert aber nun bin ich doch einigermassen mit der trockenen
Lektüre des ORs durch und hoffe auch etwas davon verstanden zu haben. Doch
vorweg in aller Kürze etwas zu meiner Person, da wohl die meisten von euch
mich noch gar nicht kennen.
Mein Name ist Simon Wyss bin 24 Jahre alt und wohnhaft in Kappel bei Olten
sowie in Bern. Ich arbeite im Moment als Lichttechniker auf Freelancerbasis
für diverse Firmen, sowie als Haustechniker des MetroClubs Olten und somit
bin ich Mitarbeiter der Popart GmbH, welche Besitzerin des MetroClubs und
der KBA (Kettenbrücke Aarau) ist. Des Weiteren bin ich wie Kaspar via die
Stageconnection im Schiffbau Zürich tätig, wobei mich Kaspar auf dieses
Projekt ansprach und mir den Grund lieferte euch heute mit diesem Mail ins
Land der Träume zu langweilen. ;-)
Fall ihr noch mehr von mir wissen wollt, einfach fragen.
Doch nun empfehle ich euch ein Fass eiskaltes Bier neben den PC zu stellen,
damit ihr die folgenden staubtrockenen Fakten zum Thema Genossenschaft auch
mit Würde hinunterspülen könnt.
Beginnen wir ganz langsam mit einer Definition der Genossenschaft ,für
diejenigen unter euch die vielleicht nicht so genau wissen, was eine
Genossenschaft ist oder einfach nochmal eine kurze Definition lesen wollen:
Die Genossenschaft ist eine als Körperschaft organisierte Verbindung einer
nicht geschlossenen Zahl von Personen oder Handelsgesellschaften, die in der
Hauptsache die Förderung oder Sicherung bestimmter wirtschaftlicher
Interessen ihrer Mitglieder in gemeinsamer Selbsthilfe bezweckt.
Genossenschaften mit einem zum voraus festgesetzten Grundkapital sind
unzulässig. Bei der Gründung einer Genossenschaft müssen mindestens sieben
Mitglieder beteiligt sein. Die Genossenschaft unterscheidet sich vom Verein
durch den wirtschaftlichen Zweck und von der Aktiengesellschaft durch die
persönliche Beteiligung der Mitglieder im Gegensatz zur reinen
Kapitalbeteiligung. Verein und Genossenschaft stehen sich sehr nahe,
Aktiengesellschaft und Genossenschaft sind Gegensätze. Der Zweck der
Genossenschaft ist in der Hauptsache die Förderung oder Sicherung bestimmter
wirtschaftlicher Interessen ihrer Mitglieder in der Gemeinschaft (z.B.
Konsum- oder Baugenossenschaften). Die Genossenschaft ist ein
Haftungsverhältnis. Wie bei der AG haftet gegenüber den Gläubigern das
Vermögen der Genossenschaft. Es steht im Belieben der Genossenschaft, durch
besondere statutarische Vorschriften die persönliche Haftung der Mitglieder
für die Verbindlichkeiten der Genossenschaft einzuführen.
Und nun zum „Bier-liquidierenden-Teil“:
Die Genossenschaft wir im schweizerischen Obligationenrecht unter dem
Neunundzwanzigsten Titel oder von Art. 828 bis Art. 926 behandelt. Dieser
Gesetzesabschnitt beinhaltet alle wesentlichen Grundlagen, jedoch leider
keine, wen überrascht es, Anleitung zum Aufbau einer Genossenschaft. Im
Groben wird dort bestimmt, was notwendig ist zur Gründung, was mindestens in
den Statuten stehen muss, welche Rechte und Pflichten ein Genossenschafter
besitzt, wie eine Genossenschaft aufgebaut sein muss usw. Verständlicher
Weise stehen dort aber nur die minimal Angaben/Bestimmungen und sind somit
nicht als Umfassende Informationsquelle geeignet, jedoch mit Sicherheit
Pflichtlektüre zur Gründung einer Genossenschaft.
Ich habe mein Augenmerk im speziellen auch auf das Gründungskapital gelegt,
welches minimal bestehen muss. Leider oder vielleicht auch zum Glück sofern
ich richtig liege, habe ich keinen Hinweis gefunden, der diesen Betrag
bestimmen würde. Die meisten von uns die an der letzten Sitzung teilgenommen
haben, gingen von 50`000 CHF aus aber wenn ich nun meine Informationen
richtig interpretiere, so muss einfach ein Gründungskapital durch z.B.
verkauf von Anteilsscheinen an die Genossenschafter akquiriert werden. Das
heisst, das Gründungskapital ist unbestimmt bzw. wird durch die Anzahl und
den Wert der Anteilsschein bestimmt, welche von den Gründungsmitgliedern
erworben werden.
Es geht sogar noch weiter Art. 828 Abs. 2: „Genossenschaften mit einem zum
voraus festgesetzten Grundkapital sind unzulässig“. Ich hoffe, dass ich mich
in diesem Punkt nicht irre, denn dies würde unser Vorhaben ungemein
erleichtern und es auch unseren Hands ermöglichen von Anfang an mitzuwirken.
Eigentlich wollte ich gerade fragen, ob jemand von euch schon bei einer
Genossenschaft bzw. der Gründung einer solchen mitgewirkt hat aber wie es
scheint hat Kaspar schon den perfekten Mann für alle unsere Fragen „an Land
gezogen“.
Damit erübrigt sich für mich euch auch noch den Rest meiner Erkenntnisse
mitzuteilen, da ich natürlich nicht sicher sein kann ob ich euch auch
korrekte Angaben mache und Tex sicherlich viel besser dazu geeignet ist uns
über das Vorgehen und die relevanten Fakten aufzuklären.
Für alle die sich aber im Vorfeld noch selbst ein Bild davon machen wollen –
und ich hoffe das werden die meisten sein – habe ich euch die folgenden
Links zusammengestellt:
Um sich schnell eine Übersicht zum Thema zu verschaffen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Genossenschaft#Schweiz
Der komplette Gesetzestext von Art. 828 bis Art. 926:
http://www.admin.ch/ch/d/sr/220/index3.html
Handelsregister der Stadt Zürich: Hier findet ihr verschiedenste Formulare
und Texte von der Anmeldung bis zur Handelsregisterverordnung, welche auch
eine Rolle für uns spielen wird. (Leider hatte ich weder Zeit noch Lust
diese 86 Seiten auch noch durchzulesen…):
http://www.hra.zh.ch/internet/ji/hra/de/home.html
Der letzte Link bringt euch auf die zürcher Präsidialdepartementspage,
welche zwar nicht informativ ist aber eine kostenlose Beratung zur Firmen-
und, so hoffe ich wenigstens, Genossenschaftsgründung anbietet, was genau
das ist was wir definitiv brauchen:
http://www.stadt-zuerich.ch/content/prd/de/index/stadtentwicklung/wirtschaft
sfoerderung/investors_guide/beratung_anfordern.html#anchorTop
So ich nähere mich endlich dem Ende dieses Mails. Ein grosses Anliegen wäre
mir noch, dass wir sobald wie möglich eine erste Sitzung mit allen Gewillten
abhalten würden, denn wir müssen uns unbedingt alle besser kennenlernen und
die wichtigsten Dinge besprechen, damit wir auch die Arbeit aufteilen und
vorantreiben können.
Zu sagen bleibt für mich noch, dass ich mich freue mit euch zusammen diesen
Plan in die Tat umzusetzen und ich denke, dass wir auf dem besten Weg dazu
sind, diesem Projekt den genossenschaftlichen Hauch des Lebens einzuflössen.
Gruss Simon
PS: Dank an Kaspar für die Mailingliste und das „Sitzungsprotokoll“.
PPS: Bitte sendet doch alle so rasch wie möglich eine Rückmeldung: Test der
Mailadressen und der Mailingliste. Danke!
-------------- nächster Teil --------------
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